Praxis

04_METHODEN

Aus den Erfahrungen von Tänzerinnen des Ausdruckstanzes in ihrer vorerst rein tänzerischen Praxis mit Patienten und Patientinnen aus dem klinischen Umfeld haben sich die grundlegenden Methoden der Tanztherapie entwickelt. Sie fanden Eingang in andere Konzepte und etablierten sich zum Teil als eigenständige Methoden. Theoretisch wurden sie dann den jeweiligen psychologischen Schulen zugeordnet, insbesondere die der jungianischen und freudianischen innerhalb einer  künstlerischen Integration von mythischen und rituellen Themen. Diese Ansätze sind mit den Methoden der »Pionierinnen« der Tanztherapie aufs Engste verbunden.


Einzelstunden Tanztherapie


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Einzeltherapien schulen den kreativen und tänzerischen Ausdruck oder stabilisieren generell die Persönlichkeit. Sie können auch als Heiltherapie bei neurotischen Störungen oder bei tieferen psychischen Problemen zur Gesundung beitragen. Die zeitliche Dauer entspricht dann dem prozessorientierten Verlauf der Einzelsitzungen. Termine werden auf Anfrage vergeben. Die Aufnahme erfolgt über ein Vorgespräch.

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Das Eintauchen in einen Moment der positiven Regression kann erst dann geschehen, wenn das tiefe Erlebnis des Gehalten werdens auch körperlich erfahrbar geworden ist und in den Bewegungen einer frühkindlichen Erlebnissphase ihren Abschluß findet. Erst dann beginnt die Person den eigenen Wert auch im Gegenüber zu erkennen. Schmerzhaftes Erinnern wird zugelassen, der eigene Rhythmus wird in der therapeutischen Beziehung erfahrbar.

Termine nach telefonischer Vereinbarung

 


Gruppentherapie


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Gruppentherapien richten sich an Personen, die in der Begegnung mit anderen Menschen Selbsterfahrung suchen. Das Ziel dieser Gruppen ist es,  eine Lösung für aktuelle Probleme zu finden oder ihre Persönlichkeit und ihre kreativien Potentiale weiter zu entwickeln. Die Dauer richtet sich nach dem Inhalt der Gruppen. Bewegungserfahrung ist keine Vorausetzung, es sei denn, es handelt sich um eine entsprechende Ankündigung.


Körperbilder


In dem Körperschema der frühen Säuglingsjahre haben sich bis etwa zum zweiten Lebensjahr alle Handlungen und Eindrücke mit der Umwelt als ein zweidimensionales strukturelles Muster ausgebildet, was von der sensomotorischen Entwicklung hergeleitet ist. Diese Erfahrungen speichern sich neurologisch in einem Körperschema, welches von einer konkretistischen Erlebniswelt geprägt ist und noch keine bildhaften Vorstellungen enthält.

Es bildet aber die Basis für den Aufbau einer intrapsychischen dreidimensionalen Symbolstruktur, die zu einer verinnerlichten Vorstellung und Wahrnehmung des eigenen Körpers als »Körperbild« führt. Dieses prägt als fortschreitendes »Selbst – Bewusstsein« die folgenden Entwicklungsebenen von Geist und Psyche und somit den generellen Umgang mit den konkreten Anforderungen des Lebens.

Galerie von Körperbildern nach angeleiteter und freier Körperreise sowie einer entsprechenden Tanzimprovisation mit und ohne Musik

FRAGMENTIERTES BEWEGUNGSVERHALTEN

EINGESCHRÄNKTES BEWEGUNGSEMPFINDEN

BEWUSSTES BEWEGUNGSERLEBEN

DIAGNOSTIKSKALA DER BEWEGUNG NACH MARTHA DAVIS

Die gezeichneten Körperbilder sind der  klinischen und ambulanten tanztherapeutischen Praxis von Anna Pohlmann entnommen. Entsprechend dem symboltheoretischen Ansatz des Instituts und dem der Säuglingsforschung wurden sie mit einer Untersuchung zum diagnostischen Bewegungsverhalten von Martha Davis aus den USA in Beziehung gesetzt.

Fragmentiertes Bewegungsverhalten
und geringe oder keine Vorstellung eines Körperbildes

a) impulsive, unberechenbare Wechsel der Gesten oder Haltungen. Sie starten abrupt oder stoppen über unberechenbare Impulse innerhalb einer Bewegung
b) Gebrauch eines Körperteils. Längere Bewegungspausen  bevor eine Bewegung in einem anderen Körperteil beginnt
c) sporadisch ereignende Bewegungen in verschiedenen Körperteilen innerhalb einer Phase ohne klare oder fließende Verbindung
d) überstreckte Finger und/oder Handflächen. Anspannung und Abspannung in den Handgelenken innerhalb eines neutralen Tonus
e) zwei oder mehrere Körperteile gehen gleichzeitig in unterschiedliche Raumrichtungen (Räumliche Fragmentation)
f) Unterschiedliche gleichzeitige Rhythmen erscheinen in der Bewegung in unterschiedlichen Körperteilen, die beziehungslos erscheinen.

Eingeschränktes Bewegungsempfinden,
unterschiedliche Ausprägung  eines Körperbildes

Diffusität – Zerstreutheit
Bewegungsabläufe sind unklar, keine Gradlinigkeit. Runde oder dreidimensionale Bewegungsbahnen. Keine klaren Übergänge und räumlich zertrennte Phasen.

Exaltiertheit – Übertreibung
Gestellte, manirierte Bewegungen oder Posen statt identische, intuitive Gesten, Pantomime.

Fixierung – Unbeweglichkeit
Bewegungen auf einer Ebene wie in einem satz ohne Pausen auf einer Linie.

Gebundenheit – aktive Kontrolle
Einige Körperteile werden für längere Perioden aktiv an- oder festgehalten und eingeschränkt.

Schlaffheit – Trägheit
Körperpartien sind stillgelegt, vollkommene Mühsamkeit bis hin zur Schwere. Körperteile zeigen auch in Ruhe Kraftlosigkeit, völlige Schlaffheit und Nachgiebigkeit gegenüber der Schwerkraft.

Eingeschränkte oder reduzierte Mobilität
Absolut unbeweglicher Kopf auch wenn die Person spricht oder sich bewegt. Meist keine aktiven Bewegungseinleitungen im unteren Rumpf.

Bewusstes Bewegungserleben,
symbolische Vorstellung eines Körperbildes

a) Hohe Rate an Haltungen und Gesten in der Bewegung
b) Räumliche Komplexität: Formen, klare Direktionen, kurvenreiche Übergänge, diagonale Bewegungen ereignen sich in innerhalb der Körperteile und in Bezug zum Raum
c) Hohe Anteile des Antriebs Fluss mit frei und gebundener Qualität, keine neutrale oder gleichmäßige Antriebsdynamik.
d) Viele Antriebsqualitäten deutlich sichtbar überall im Körper.
e) Vorhandensein unterschiedlicher und wechselnder Antriebsqualitäten deutlich sichtbar und häufig.
f) Klare Beziehung zum Antriebsfaktor Gewicht. Besonders in Bewegungen des Kopfes und der Körperglieder.